Karabağlar ist keine gewöhnliche Hochalm — es ist Türkeis einzige Hochalm, die man hinuntergeht statt hinaufzusteigen. Das liegt daran, dass sie tiefer liegt als das Stadtzentrum von Muğla. Der Name kommt daher, dass sie höher liegt als der Golf von Gökova.
Als Evliya Çelebi 1670 hierher kam, schrieb er in sein Reisewerk: „Wenn ein Fremder nach Karabağlar käme, würde er sich verlaufen. Auf den Weinbaugassen scheint niemals die Sonne... Im Osmanischen Reich gibt es Ähnliches nur in Malatya in Aspuzi oder in Konya in Meram..." Diese Beschreibung trifft heute noch zu — in den inneren Wegen der Hochalm entsteht durch Platanen und Obstbäume immer noch ein Tunneleffekt.
Die Hochalm besteht aus 11 großen Weinanbaugebieten; der Name stammt von diesen Weinbaugebieten. Früher wurde hier Wein hergestellt. Vier Elemente bilden das architektonische und kulturelle Herz von Karabağlar:
• Weinbauergehöfte („Yurtta"): Sommerhäuser auf Grundstücken von 3,5–5 Dönüm, gebaut in traditionaler Muğla-Architektur. Die Einheimischen nennen sie „Yurtta". Im Frühjahr „wandern" die Muğlalıer auf die Hochalm, und während des ganzen Sommers herrschen dort Landwirtschaft, Viehzucht und Gemeindeleben. • Irim und Kesikler: Steinmauern (Kesikler), die die Felder der Hochalm voneinander trennen, und die Wege dazwischen (Irim). Dieses Spinnennetz-Muster, das sich über Hunderte oder Tausende von Jahren gebildet hat, ist Karabağlars wertvollstes Kulturerbe. • Hochalm-Kaffeehäuser: Die Hochalm besteht aus über 20 „Zentren", die ihre Namen von diesen Kaffeehäusern haben. Die Kaffeeplätze mit ihren 150–200 Jahre alten Platanen waren einmal das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Herz des Hochalm-Lebens: Krämerei, Moschee, Gastwirtschaft, Bäckerei, Metzger, Schmied, Friseur — alles zusammen. Historische Kaffeehäuser, die Sie heute noch besuchen können: Bakkallar Kahvesi, Hacı Ahmet Kahvesi, Gökkıble Kahvesi. Viele sind zu Restaurants geworden; Sie können Gerichte wie Büryan-Kebab, Döş und Kapama probieren.

