Wenn Sie vom Saatli-Turm nach Norden hinaufsteigen, erreichen Sie die authentischste Substanz der Stadt — Saburhane. Dieser Stadtteil verdankt seinen Namen einem Gefängnis, das sich einst auf diesem Platz befand (»sabur« = das Aushalten), und liegt an den Hängen des Asar-Berges.
Saburhane ist in offiziellen Aufzeichnungen zwar nicht mehr als separate Mahalle verzeichnet, doch dieses Gebiet mit über 400 historischen Häusern, Karawansereien, Arasta-Strukturen, Moscheen und Brunnen wurde unter Denkmalschutz gestellt. Weiß getünchte Wände, rote Ziegeldächer, grüne Fensterläden — und jene berühmten »Muğla-Schornsteine«, die anderswo auf der Welt kaum zu finden sind.
Was ist ein Muğla-Schornstein? Er unterscheidet sich von klassischen Schornsteinen durch eine geschlossene Kappe oben und kleine Belüftungsöffnungen ringsum. Diese Form hält Regen und Schnee ab, ohne den Zug des Schornsteins zu beeinträchtigen — eine ebenso elegante wie funktionale Architekturlösung. Diese Form ist einzigartig für diese Region.
Andere charakteristische Merkmale der Häuser: offene oder geschlossene Vorhallen, holzverzierte Veranden, in die Wand eingelassene Schranknischen und Bäder sowie großzügige innenliegende Innenhöfe, sogenannte »Hayat«.
Worauf Sie auf den Straßen achten sollten: Türklopfer (die meisten aus dem 19. Jahrhundert), Erkerbalkone (geschlossene Holzbalkone, die im Obergeschoss über die Straße hinausragen) und das Original-Kopfsteinpflaster aus der Osmanen-Zeit.



